Pollenbestimmung

Eine spannende Sache ist das mit den Pollen und als Imker*in fällt einem der Jahreskreislauf in der Natur durch das Beobachten der Bienen noch mehr auf.

Nachdem meine Bienen gerade rein weißen Pollen eintragen und ich unschlüssig war, welche Tracht sie da anfliegen, musste ich nachschauen.

Eine tolle Seite dazu – für Imker*innen und auch interessierte Personen:

https://www.die-honigmacher.de/kurs2/pollen.html

Und siehe da es sind Leberblümchen und Buschwindröschen.

Die Bienen tragen den Pollen sortenrein in die Waben ein, deshalb ergibt sich ein schönes buntes Bild in den Waben.

Die Blüten werden nicht willkürlich angeflogen sondern immer eine Tracht nach der anderen, deshalb ist es möglich sortenreinen Honig zu ernten.

Aber was sind Pollen genau?

Blütenpollen sind männliche Samenzellen, mikroskopisch kleine Körner und sitzen in der Blüte.

Dort sind sie von Staubblättern der blühenden Pflanze umgeben und die Farbe der Blütenblätter entspricht meist nicht der Pollenfarbe, daher muss man beim Bestimmen genau hinschauen!

Der lateinische Begriff „pollinis“ heißt übersetzt Staubmehl. Tatsächlich ist der Stoff sehr fragil. Wenn man ein Korn zwischen zwei Fingern zerreibt, zerfällt dieser zu Staub.

Der Mensch meint bei Pollen eine Ansammlung von tausenden Körnern, die gemeinsam ein „Höschen“ bilden. Dieses ist zirka 6-10 mg schwer.

Bestäubung

Die männliche Keimzelle der Blütenpflanzen wird auf die Narbe des Griffels von Insekten, Wind und vor allem von Bienen und Wildinsekten übertragen. Dort keimt sie auf und befruchtet die Blüte.

Nicht alles was gerade blüht wird von der Honigbiene bestäubt, denn die Form der Blüte muss mit dem Körper des Insektes zusammenpassen.

Stirbt somit eine Insektenart aus, können manche Blüten nicht mehr bestäubt werden.

Die Biene und der Blütenstaub

Die Hülle der Pollen ist zu einer elektrischen Entladung fähig. Die Blütenpflanzen, können auf herannahende Pollen, auch wenn diese an einem Insekt anhaften, reagieren. Indem sie den Blütenkelch erweitern, nimmt die Pflanze den Pollen einfacher an.

Beim Besuch der Blüten nehmen die Bienen den feinen Blütenstaub auf. Sie vermengen ihn mit Speichel und transportieren ihn in ihren „Pollenhöschen“ an den Hinterbeinen zum Bienenstock.

Die Stockbienen streifen den Flugbienen die Pollen aus dem Haarkleid und den Höschen.

Die Pollen werden eingespeichelt, mit dem Kopf in den Wabenzellen gedrückt und eingelagert und mit einer Propolisschicht überzogen.

Durch Fermentation – Milchsäurebakterien und Hefen – sowie Propolis wird die Zersetzung verhindert. Zusätzlich ist der fermentierte Pollen für die Brut leichter verdaulich.
Junge Larven erhalten von den Ammenbienen die Bienenmilch, einen Futtersaft, der im Schlund und Kieferdrüsen aus Pollen gebildet wird.

Der Pollenkranz sollte sich rund um das Brutnest befinden und um die Brut gut zu versorgen zu können.

Ältere Larven werden mit Pollen und Honig gefüttert. Die Produktion von Gelee Royale, dem Futtersaft der Königin, benötigt ebenfalls Pollen.
Alte Bienen brauchen Pollen für die Bildung von Bienenmilch, Wachs, Enzymen sowie zur Deckung des eigenen Eiweißbedarfs

Auch der hohe Gehalt an hormonähnlichen Substanzen – Phytosterole und Polyphenolen- ist für die Bienen ernährungsphysiologisch enorm wichtig.

In der Imkerei wird für die Gewinnung von Pollen, ein Gitter am Flugloch angebracht. Hier ist es wichtig dass die Löcher nicht zu klein sind, damit sich die Bienen nicht verletzen können. Die Bienen schlüpfen durch und verlieren dabei einen Teil der Pollenhöschen, diese fallen in ein darunterliegendes Fach.

Der frische Pollen hat einen Wassergehalt von 20-30 %, deshalb muss ihn der/die Imker*in haltbar machen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Er wird gereinigt und meist vakkumgetrocknet.

Ein durchschnittliches Bienenvolk sammelt im Jahr 30-50 kg Pollen und erzeugt damit 150.000 Bienen.

Man sollte den Bienen nur eine geringe Menge abnehmen und muss sehr vorsichtig sein. Wenn das Bienenvolk nicht mehr genug Pollen sammeln kann, kann man durch die Pollenfalle ein Volk umbringen.

Wenige Imkereien verkaufen auch das Bienenbrot =Perga, das ist der fermentierte Pollen, welcher aus den Wabenzellen herausgelöst wird.

Superfood Pollen

Blütenpollen schmecken recht gut. Sensorisch beschreiben würde ich sie als herb, ein leicht süßlich und etwas exotisch.

Die kleinen Pollenkörner lassen sich gut in verschiedene Speisen integrieren, sie verfeinern, sie süßen und sie runden bei angemessenem Gebrauch die Nährstoffversorgung ab.

Dazu mehr im Blogeintrag „Apotheke aus dem Bienenstock“! 🙂

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