Bienengift – Apotoxin

GIFT und HEILMITTEL

Eine Biene kann zirka 0,1 mg Gift produzieren, gemessen an der Größe der Biene eine hohe Menge.

Hauptbestandteil ist das Eiweißgift Melittin welches nicht nur bei Feinden sondern auch bei Kämpfen zwischen Bienen zum Einsatz kommt.

Das Melittin ist auch für die allergische Reaktion verantwortlich. Histamin sowie die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin sind ebenso beteiligt.

Die Inhaltsstoffe greifen Zellwände an, sorgen für die Erweiterung der Blutgefäße, lassen das Gewebe anschwellen und lösen ein starkes Schmerzempfinden aus. Die Gefäßwände in der Umgebung eines Bienenstichs werden durchlässig und sorgen für eine rasche Ausbreitung des entzündlichen Geschehens.

Die Biene bezahlt den Einsatz des Stachels jedoch mit ihrem Leben.

Der Widerhaken bleibt mitsamt der Giftblase in die Lederhaut jedes Säugetieres hängen.

Der Sinn des „Abtrennens“ des Stachels ist es das Entfernen des Stachels zu erschweren.

Ausgestattet mit eigenen Nerven- und Muskelknoten kann der Stachel fortwährend Gift abgeben.

TIPP: Den Stachel eher wegschnippen anstatt ihn zu quetschen um dadurch nicht noch mehr Gift ins Gewebe zu befördern.

Gewinnung von Bienengift
Für therapeutischen Zwecken wird Bienengift von den Arbeiterinnen gewonnen, die Drohnen sind giftfrei.

Durch einen Stromreiz wird die Biene zum Stich in eine Membran provoziert, eine darunterliegende Glasplatte fängt das Gift auf, welches dann getrocknet weiterverarbeitet wird.

Die Biene wird dadurch nicht getötet, es ist aber zu beobachten, dass bei einer mehrmaligen Gewinnung pro Monat über den gesamten Sommer hindurch sowohl die Bruttätigkeit als auch der Honigertrag zurückgehen.

Bienenstichtherapie
In der Apipunktur hat man schon früh Bienen verwendet.

Dem Patienten wird eine lebende Biene auf die Haut aufgesetzt und zum Stich provoziert.

Es stellt sich die Frage, ob das Töten einer Biene bzw. das Schwächen eines Volkes durch die elektrische Reizung, zu vertreten sind.

Wirkung
von Dr. Almut Tobis, praktische Ärztin

Quelle: http://www.mellifera.de/blog/bienengift

Das Melittin wirkt im entzündeten Gewebe antientzündlich und die körpereigene Cortisolausschüttung wird anregt. Cortisol hemmt wiederum die überschießende Immuntätigkeit und bewirkt einen Rückgang der Entzündung. Weitere im entzündeten Gewebe anzutreffende körpereigene Substanzen werden teilweise inaktiviert; die Entzündung geht weiter zurück. Es wurde sogar ein schmerzstillender Stoff Adolapin im Bienengift nachgewiesen.

Durch die Applikation von Bienengift um eine lokale Entzündung herum, kommt es zu einer vermehrten Stoffwechselaktivität. Schlacken und Zellgifte werden mobilisiert und deren Ausscheidung angeregt. Durch die Wärme wird das Gewebe, die Muskulatur, gelockert und entspannt sich.

Bienengift vermag bei einer vorliegenden Immunschwäche, das Immunsystem anzuregen wie es bei überschießenden Immunreaktionen dämpfend wirkt; es wirkt also in beide Richtungen gehend ausgleichend.

Bienengift bei Ablagerungen und Verhärtungen
Überall dort, wo Verhärtungen und Ablagerungen vorliegen, schafft das Gift oder niedrige homöopathische Potenzen von Apis mellifica (das ganze Insekt in homöopathischer Potenzierung) Abhilfe. Rudolf Steiner wies in den Arbeitervorträgen „Über das Wesen der Bienen“ darauf hin, dass Gifte, welche entzündlich wirken (das Bienengift wie auch die Ameisensäure), „Mittel gegen das Absterben“ seien. Deutlich wird dies z. B. beim Entzündungsprozess eines Gichtanfalls. Ein zu hoher Harnsäurespiegel im Blut bewirkt, dass es zur Ablagerung von Harnsäurekristallen bevorzugt im Gelenkbereich kommt. Fällt eine Säure zu ihrem Salz aus – geht in die Kristallbildung über -, so handelt es sich dabei um einen Absterbevorgang, ein “Herausfallen aus dem Lebendigen”, wie es Steiner formulierte. Eine schmerzhafte Entzündungsreaktion ist die Folge. Hier vermag insbesondere die Ameisensäure die Kristalle aufzulösen und Bienengift, innerlich oder äußerlich in Form einer Salbe aufgetragen, kann die Entzündung im Gelenkbereich deutlich lindern.

Der Hinweis Steiners wird durch die oben angeführte moderne Forschung erhellt, welche die Wirkungen des Bienengifts auf zellulärer und hormoneller (Cortisolausschüttung) Ebene erklärt.

Bienengift bei Multiple Sklerose
Apitoxin hat eine starke Wirkung auf das zentrale Nervensystem; es findet dort auch Anwendung bei entzündlichen Prozessen wie beispielsweise Multiple Sklerose. Hier sind erfahrungsgemäß Gaben in sehr hohen Dosen entweder durch Stiche lebender Bienen oder durch Injektionen mit Bienengift in Reinform vonnöten, um den Organismus umzustimmen.

Bienengift bei Krebs
Weiter ist die regulierende Wirkung von Bienengift auf den Wärmehaushalt zu nennen. Hier kann es auch begleitend bei einer Krebserkrankung, beispielsweise ergänzend zur Misteltherapie, gegeben werden.

Weitere Anwendungen
In der jüngeren Vergangenheit hat Bienengift auch als Anti-Aging-Mittel Beachtung gefunden. U. a. durch seine Wirkung auf die Kollagenbildung kann es dem Alterungsprozess entgegenwirken und wird zudem auch anstelle von Botox eingesetzt, um Falten wieder zu glätten!

WICHTIG: Bei all diesen Erkrankungen und Beschwerdemustern gehört Bienengift ausschließlich in die Hände von ausgebildeten und erfahrenen Therapeuten. Zudem ist immer vor der ersten Anwendung eine Bienengiftallergie auszuschließen. Bienengift in Reinform darf wegen der Gefahr eines Lungenödems nicht intravenös verabreicht werden und sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.

Apis mellifica in der Homöopathie und in der Anthroposophischen Medizin

In der Homöopathie wird das Bienengift in verdünnter und potenzierter Form angewendet, Apisinium genannt. Weiter verbreitet ist Apis mellifica, wobei das ganze Insekt verarbeitet wird, welches ja dann auch die Giftblase samt Inhalt enthält. Die feinen Unterschiede zwischen beiden Arzneimittelbildern sollen hier vernachlässigt werden. Von den anthroposophischen Heilmittelbetrieben ist nur Apis mellifica in unterschiedlichen Potenzstufen und in Komplexmitteln erhältlich.

In der Homöopathie wird das Bienengift in verdünnter und potenzierter Form angewendet. Das Simile-Prinzip: Ähnliches mit Ähnlichem behandeln

Hervorzuheben ist die Tatsache, dass mit höheren Potenzen (D 20, D30) von Apisinium bzw. Apis mellifica unerwünschte Wirkungen eines Bienen- oder auch Wespenstichs gelindert werden können.
Dem homöopathischen Prinzip folgend, Gleiches mit Gleichem zu behandeln, kann Apis D30 auch bei anderen Beschwerden gegeben werden, welche in das homöopathische Arzneimittelbild passen. D.h. hoch potenziertes Bienengift kann im Allgemeinen bei Symptomen gegeben werden, die jenen eines Bienenstichs ähneln, auch wenn die Ursache eine ganz andere ist (Z.B. eine entzündete und geschwollene Rachenschleimhaut i. R. einer Erkältung, schmerzhafte Hautrötung nach Kontakt mit einer Feuerqualle).

Bienengiftallergie
Weiters können mit homöopathischen Potenzen der Honigbiene bzw. ihres Giftes Allergien im Allgemeinen, respektive die Bienengiftallergie, behandelt werden; eine Desensibilisierung auf Apitoxin kann erreicht werden.

Das oben angeführte Zitat von Maurice Maetterlinck erscheint wie eine bildhafte Zusammenfassung all jener Beschwerden, wo Apis mellifica homöopathisch angezeigt sein kann. Denn nicht nur ein Bienenstich verleiht ein Gefühl von „Wüstensonnenbrand“, -viele andere Krankheiten tun dies auch. Und da kann ein Behandlungsversuch mit Apis mellifica in homöopathischer Form sehr hilfreich sein. Übrigens gehören sowohl der Sonnenbrand als auch der Sonnenstich in die Anwendungsbreite von Apis mellifica.
So vorsichtig, wie man in der therapeutischen Anwendung mit dem reinen Bienengift umgehen sollte, so vielfältig sind andererseits die Möglichkeiten für den therapeutischen Laien, sich im Akutfall mit rezeptfrei erhältlichen homöopathischen Apis mellifica-Potenzen selbst zu behandeln, – sofern keine Bienengiftallergie vorliegt. (Auch hier sind im Allgemeinen die Herstellerangaben bzgl. der Gegenanzeigen (u. a. bei einer Anwendung während der Schwangerschaft) zu beachten.)

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